Für Eva-Maria begann mit ihrem Schuleintritt am 10. August 2009 in die Heilpädagogischen Schule in Bonnewitz ein neuer großer Lebensabschnitt.

 

Sie mußte sich auf eine völlig neue Umgebung und fremde Menschen einstellen, und das gelang ihr zunehmend besser in den zurückliegenden vier Schuljahren. Eva wurde in den letzten Jahren von Praktikanntinnen und Praktikanten betreut, die in jedem Jahr wechselten. Nach Abschluß der ersten Klasse war es für sie sehr schwer, das zu akzeptieren. Jetzt geht das schon viel besser, obwohl auch ein wenig Wehmut mitschwingt, wenn ein Schuljahr zu Ende geht, die Praktikanten gehen und dann zur Ausbildung wechseln ...

 

Anfangs war Eva sehr laut und unruhig. Bald wurde bemerkt, daß es ihr half, zur Ruhe zu kommen, wenn sie ihre Körpergrenzen spürte. Das Einwickeln in einen dicken Schal konnte hier zweitweise Abhilfe schaffen. Im Klassenzimmer wurden ihr verschiedene Sitzmöglichkeiten angeboten und ausprobiert; letztlich trug ein spezieller Therapiestuhl dazu bei, Eva-Marias Aufmerksamkeit für kurze Zeit herzustellen. Während der Zeiten der Übstunden konnte sie individuelle Betreuung genießen, so z.B. Fußbäder in Verbindung mit basalen Übungen. Oft konnte sie danach für kurze Zeit unter einer Gewichtsdecke ruhen und auch zur Ruhe kommen.

 

Eva hat es gelernt bei der Begrüßungsrunde, ihren beiden Nachbarn die Hände zu reichen. Sie liebt Musik und Rhythmus. Inzwischen ist sie sehr vertraut mit ihren Mitschülern und zeigt sich hier sehr offen und aufgeschlossen. Den ihr sehr vetrauten Menschen nähert sich Eva häufiger auf eine sehr sanfte Weise, denn wir wissen auch, daß sie auch sehr laut sein kann. Trotzdem gibt ihr Verhalten uns allen mitunter Rätsel auf, vor allem wenn sie sich sich nicht wohl fühlt.

 

Um Lernen grundsätzlich möglich zu machen, mußte erst einmal das Stillsitzen, Zuhören und sich Konzentrieren geübt werden. Eva-Maria hatte während des Unterrichts immer einen Erwachsenen zur Seite. Mittlerweile hat sie sich gut an den Stundenablauf gewöhnt.  Sie hat den Ablauf des Unterrichts verinnerlicht und akzeptiert. Sie folgt auf ihre Weise dem Unterrichtsstoff und sitzt dabei auf ihrem Platz.

 

Fester Bestandteil des Unterrichts ist das wöchentliche Backen. Aus dem duftenden Hefeteig wurden Gerade und Bogen, Schnecken, Zahlen und Buchstaben geformt. Und Eva hat große Freude beim Kneten des Teiges ..., sie zeigt auch zunehmend mehr Ausdauer beim Backen, besonders wenn das Kneten mit Liedern und rhythmischen Sprüchen begleitet wurde.

 

Eva-Maria tun die regelmäßigen Spaziergänge gemeinsam mit ihren Klassenkameraden sehr gut. Mittlerweile ist sie mit dem Gelände der Schule sehr gut vetraut. Sie läuft nun selbständig, während sie in den ersten beiden Jahren noch mit Kinderwagen teilweise unterwegs war. Auch kann sie sich sehr gut orientieren in der vertrauten Umgebung der Schule. So machen die Wege zum Schulgarten, zum Spielplatz oder in den Wald kaum Schwierigkeiten.

 

Ein konstanter Tagesablauf und eine reizarme Umgebung sind nach wie vor gut für Eva-Maria. Feste Grenzen und ruhige Konsequenz in den Forderungen geben ihr Halt und Sicherheit.

 

Eva erhielt im letzten Schuljahr Chriophonetik, Heileurythmie und Therapie im Bewegungsbad.

 

Sehr gut für Eva-Marias Wohlbefinden sind die häufigen ausgedehnten Spaziergänge in der unmittelbaren Umgebung der Schule. Sie kommen ihrem Bewegungsdrang sehr entgegen und sie hat viel Freude daran.

 

Eva hat eine positive Entwicklung im fünften Schuljahr genommen. Sie ließ sich bereitwilliger auf Angebote in der Schule ein, reagierte häufiger auf Ansprache und zeigte durch zarte Berührungen oder ein kleines Lächeln, wenn sie sich in der Situatuion wohlfühlte. Um weitere Fortschritte machen zu können, benötigt Eva-Maria ein ruhiges Umfeld mit überschaubaren Strukturen und Menschen an Ihrer Seite, die sie mit Humor aber mit der nötigen Konsequenz begleiten.

 

 

An dieser Stelle sagen wir einfach DANKE, daß Eva-Maria so glücklich sein kann.